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Sie haben eine Frage?Themenbereich: Glaubensfragen
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Woran glauben Christen?
Christen glauben daran, dass Gott in Jesus von Nazareth Mensch geworden ist. Sein Leben, Sterben und Auferstehen ist die frohe Botschaft von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Wir haben diese Liebe nicht "verdient", sondern sie ist uns geschenkt. Das Kreuz ist das äußerste Zeichen dieser Liebe, weil an ihm die bedingungslose Hingabe Gottes an uns Menschen sichtbar wird. So ist es zugleich das Hoffnungszeichen der Christen, denn die Liebe Gottes erweist ihre Macht über den Tod hinaus. Gottes Sohn ist den Weg der Liebe durch alles Leid und Grausamkeit bis ans Kreuz gegangen. In seiner Auferstehung zeigt er uns, dass das Leben stärker ist als der Tod, die Liebe größer als der Hass und die Vergebung mächtiger als jede Schuld. Darauf vertrauen Christen. Dieses Grundvertrauen, das viel Freiheit schenkt, nennen wir Erlösung.
Wozu braucht man eine Kirche?
Die Kirche bewahrt den Glauben und gibt ihn weiter. Im Leben der Kirche kann sich das, was wir im Glauben bekennen, im Alltag erweisen. So wird die Kirche selbst zum Sakrament, das heißt zum sichtbaren Zeichen der Nähe Gottes. In der Gemeinschaft der Kirche stärken und stützen sich die Glaubenden auf ihrem Weg zu Gott. Die Kirche ist das neue Volk Gottes, das seinen Glauben feiert im Gottesdienst, von ihm Zeugnis gibt in der Weitergabe des Glaubens, und im praktischen Liebesdienst am Nächsten den Glauben lebt. Die immer neuen Zugänge zum Glauben, die Menschen zu ihren Zeiten finden, werden von der Kirche überprüft, ob sie zu Christus hinführen oder von ihm weg. So wird die Kirche reicher an Erfahrungen und Orten, in denen Gott gegenwärtig ist.
Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen evangelischer und katholischer Kirche?
Was alle christlichen Kirchen verbindet, ist der Glaube an Jesus Christus. Bei allen Unterschieden, die zwischen den Kirchen bestehen, ist dies die wichtigste Gemeinsamkeit, das Fundament für unsere gemeinsame Hoffnung. Ausdruck dieser Gemeinschaft ist das gegenseitige Anerkennen der Taufe. Im Glaubens- und Kirchenverständnis gibt es jedoch bislang Unterschiede, so dass es noch nicht zu einer vollen Gemeinschaft gekommen ist. Diese Unterschiede betreffen: - das Verständnis von Abendmahl und Eucharistie: Die katholische Kirche glaubt daran, dass Jesus Christus im Brot der Eucharistie bleibend gegenwärtig ist. Was bei der Kommunion in der Heiligen Messe übrig bleibt, wird daher im Tabernakel aufbewahrt. So steht es für die Krankenkommunion zur Verfügung. In der evangelischen Kirche hingegen ist Christus nur für die Zeit des Gottesdienstes in Brot und Wein gegenwärtig, nicht darüber hinaus. - das Verständnis von Kirche: Die Zugehörigkeit zur Kirche hat im katholischen Glauben eine große Bedeutung. In der Kirche geschieht das Heil: durch die Sakramente, durch den gemeinsamen Glauben und das gemeinsame Vollziehen des Glaubens in Gebet, Gottesdienst und tätiger Nächstenliebe. In der evangelischen Tradition kommt der Gemeinde vor Ort die größere Bedeutung zu. In ihr wird das Wort Gottes verkündet, bestärken und stützen die Mitglieder der Gemeinde sich in ihrem Bemühen um ein christliches Leben. - das Verständnis vom Priester- und Bischofsamt: Der Priester ist im katholischen Verständnis der Repräsentant Christi in der Gemeinde. Durch sein Glaubens- und Lebenszeugnis, zu dem auch der Zölibat gehört, durch die Verkündigung des Wortes Gottes und durch die Spendung der Sakramente handelt er "als Christus in der Gemeinde". Dazu wird er vom Bischof zum Priester geweiht. Äußeres Kennzeichen dieses besonderen Auftrags ist bei den gottesdienstlichen Feiern die Stola, die wie ein Schal die Schultern des Priesters umgibt und ihn symbolisch mit Christus verbindet. Die Bischöfe, die auch Priester sind, sind Nachfolger der Apostel: Älteste, deren Sorge allen Gemeinden des Bistums gilt. Sie leiten die Kirche und bilden mit allen anderen Bischöfen, auch mit dem Bischof von Rom (Papst) ein Kollegium. Im evangelischen Verständnis wird der Pastor von der Gemeinde bestellt, um das Wort Gottes zu verkünden und die Sakramente zu spenden. Die Gemeinde wird von den Mitgliedern selbst geleitet, zum Beispiel durch einen Kirchenvorstand. - das Verständnis von Gottesdienst und Kirchenraum: Eine Kirche ist im katholischen Verständnis ein sakraler Raum, der den Menschen den Blick öffnen soll für die Gegenwart Gottes unter den Menschen. Gleiches gilt für den Gottesdienst: Die Riten und Zeichenhandlungen des Gottesdienstes sollen den Menschen in Berührung bringen mit dem Geheimnis Gottes. Sie sind daher nicht beliebig oder austauschbar, sondern gerade ihre Wiederholung und Formelhaftigkeit überwindet die Grenzen unserer Welt und Sprachfähigkeit. In der evangelischen Kirche ist der Raum lediglich eine Versammlungsstätte, in der das Wort verkündet wird und in Predigt und Gebet zum rechten christlichen Leben angehalten wird. - die Ausdrucksformen des Glaubens: In der katholischen Tradition gibt es viele Ausdrucksformen, Gesten und Rituale, die den Menschen helfen sollen, ihren Weg zu Gott zu finden. Dazu gehören Weihwasser, Kreuzzeichen, Kniebeuge, Kerzen, Weihrauch, Heiligenbilder, Rosenkranz und vieles mehr. Gegen manche Missverständnisse sind diese Zeichen und Rituale nicht aus sich wichtig, sondern als Hinweise auf die Nähe und Gegenwart Gottes. In der evangelischen Tradition darf nichts vom Wort Gottes ablenken. "Allein die Schrift!", betonte Martin Luther immer wieder. Seit einigen Jahren gibt es jedoch auch in der evangelischen Kirche das Bemühen, durch äußere Zeichen eine innere Hinwendung zu Gott zu unterstützen und sichtbar zu machen, ähnlich wie in der katholischen Kirche. Über alle Unterschiede darf das Gebet Jesu um die Einheit der Christen nicht vergessen werden. Die Spaltung der Christenheit ist nach wie vor ein großes Ärgernis, das überwunden werden muss. Dazu bedarf es besonders unseres Gebetes. Für die Vorbereitung des ökumenischen Kirchentages in München 2010 ist daher ein Gebet um die Einheit der Christen heraus gegeben worden, auf das wir sehr empfehlend hinweisen: Wir beten für die eine Christenheit: Dass wir unser Herz den Schwestern und Brüdern in unseren christlichen Nachbargemeinden öffnen, dass wir alle gemeinsam Jesus Christus suchen und bekennen, dass wir eins seien im Gebet und in der Liebe, im Zeugnis und im Dienst.
Gibt es ein Leben nach dem Tod?
Der Glaube an die Auferstehung Christi ist ein zentraler Bestandteil des christlichen Glaubens. Es ist zugleich die Hoffnung für jeden, der an Christus glaubt, dass wir mit ihm auferstehen werden zum ewigen Leben. Der Tod als die Grenze unseres Lebens, wie wir es kennen, verliert damit nicht seinen Schrecken. Aber er ist nicht das letzte Wort unseres Lebens. Hinter dem Tod leuchtet die Verheißung der Unsterblichkeit. |
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